„Besser als mir, Mac!“ Aber sie lachte dabei, um Mac zu täuschen.
„Kannst du sie an den Apparat bringen, Maud?“
Und Maud, glücklich darüber, daß er an ihr Kind dachte, hob die Kleine in die Höhe und Edith mußte irgend etwas in das Telephon plappern.
„Nun adieu, Mac! Es schadet ja nichts, daß es heute nicht geht, aber morgen kenne ich keine Gnade — hörst du?“
„Ja, ich höre. Morgen bestimmt. Gute Nacht, Maud!“
Später aber kam es häufig vor, daß es Lion nicht gelang, Mac an den Apparat zu bringen, da er unmöglich abkommen könne.
Und Maud, unglücklich und zornig, warf den Hörer heftig hin und kämpfte mit den Tränen.
An den Abenden las sie. Sie las ganze Bücherschränke aus. Aber sie fand bald, daß die meisten Bücher nichts als Lüge waren. No, my dear, das Leben war ganz anders! Zuweilen aber fand sie ein Buch, das ihr ihren Jammer in seiner ganzen Größe bestätigte. Sie ging unglücklich, mit Tränen in den Augen, in den leeren, stillen Zimmern hin und her. Schließlich kam sie auf die großartige Idee, selbst ein Buch zu schreiben. Ein ganz eigenartiges Buch — und damit wollte sie Mac überraschen! Die Idee berauschte sie. Einen ganzen Nachmittag lief sie in der Stadt umher, um ein Buch aufzutreiben, wie sie es im Kopfe hatte. Endlich fand sie, was sie wünschte. Es war ein Tagebuch, in Alligatorhaut gebunden, mit feinem gelblichen Papier. Gleich nach Tisch begann sie ihre Arbeit. Sie schrieb auf die erste Seite: Leben meines kleinen Töchterchens Edith und was sie sagte.
Niedergeschrieben von ihrer Mutter Maud.
„Gott möge sie beschirmen, die süße Edith,“ schrieb sie auf das zweite Blatt. Und auf dem dritten fing sie an.