S. Woolf hatte seinem Vater ein hübsches Haus gebaut und einen schönen Garten anlegen lassen. Fast wie eine Villa. Musikanten kamen und fiedelten und tanzten, während ganz Szentes sich gegen das eiserne Gartengitter drängte.

Der alte Wolfsohn wiegte sich hin und her und wackelte mit dem kleinen, abgemagerten Kopf und vergoß Freudentränen.

„Groß bist du geworden, mein Sohn! Wer hätt’ gedacht! Groß, mein Stolz! Ich danke Gott jeden Tag!“

S. Woolf aber war ob seines freundlichen Wesens in ganz Szentes beliebt. Mit hoch und niedrig, jung und alt verkehrte er mit der gleichen amerikanisch-demokratischen Einfachheit. So groß und so bescheiden!

Der alte Wolfsohn hatte nur noch einen Wunsch, bevor ihn Gott abrief.

„Ihn möchte ich sehen!“ sagte er. „Diesen Herrn Allan! Was für ein Mann!“

Und S. Woolf entgegnete darauf: „Du wirst! Kommt er wieder nach Wien oder Berlin, und er kommt, so telegraphiere ich dir. Du gehst ins Hotel, sagst, du bist mein Vater, er wird sich freuen!“

Der alte Wolfsohn aber streckte die kleinen Greisenhände empor und schüttelte den Kopf und weinte: „Nie werd’ ich ihn sehen, diesen Herrn Allan. Nie werd’ ich es wagen, bei ihm vorzusprechen. Die Füße trügen mich nicht.“

Der Abschied fiel jedesmal beiden sehr schwer. Der alte Wolfsohn schlürfte noch ein paar kleine Schritte mit eingeknickten Füßen neben dem Salonwagen seines Sohnes einher und jammerte laut, und S. Woolf rannen die Tränen übers Gesicht. Sobald er aber das Fenster geschlossen und die Augen getrocknet hatte, war er wieder S. Woolf, dessen dunkler Rabbinerschädel auf keine Frage Antwort gab.

S. Woolf hatte seine Bahn durchmessen. Er war reich, berühmt, gefürchtet, die Finanzminister großer Reiche empfingen ihn mit Achtung, er war, von dem bißchen Asthma abgesehen, gesund. Sein Appetit und seine Verdauung waren vorzüglich und sein Appetit auf Frauen ebenso. Und doch war er nicht glücklich.