Das Wetter war in den letzten Wochen herrlich gewesen. Es wehte ein würziger, lauer Wind, und die Sonne wärmte schon gehörig.

Wenn man nun gegen Glücksbrücke blickte, wo es ebenfalls von Arbeiterhaufen wimmelte und ganze Häuserreihen aus dem Boden wuchsen, wenn man etwas schräg gegen das Licht blinzelte, so sah man, daß die riesige weite Heide von einem grünen Hauch übersponnen war: die Saat kam heraus.

Eines Abends ließ Lehmann Georg in dringender Angelegenheit zu sich rufen. Georg fand ihn in angeregter Laune, mit roten Backen. Seine Pfeife paffte doppelt so heftig wie gewöhnlich.

„Nun ist also dieser Brief gekommen!“ rief er Georg entgegen und lachte fröhlich.

„Welcher Brief?“

„Setzen Sie sich, Weidenbach. Die Stunde des Abschieds hat geschlagen. Meine Arbeit hier ist zu Ende. Ich bin auf einen schönen und interessanten Posten aufgerückt, und nun richte ich die Frage an Sie: Weidenbach, wollen Sie der Chef dieser Station werden?“

Georg saß mit offenem Munde da und errötete. „Sie meinen, ich?“

Lehmann nickte: „Sie meine ich, jawohl, Weidenbach. Es ist meine Pflicht, meinen Nachfolger zu bestimmen. Sie müssen sich auf fünf Jahre verpflichten bei der Gesellschaft, das ist alles. Das Gehalt ist gering, aber die Gesellschaft bietet Ihnen für später große Vorteile.“

„Es ist mir nicht um Geld zu tun,“ warf Georg ein.

„Ich weiß es. Sie sind der Verständigste hier. Sie haben auch die größte Begeisterung für die Sache, und das ist es, was die Gesellschaft braucht: Männer, die sich für ihre Ziele begeistern! Wir können keine ängstlichen, verzagten und mürrischen Burschen brauchen!“ schrie Lehmann und schlug auf den Tisch, daß die Papiere sprangen. „So ist es, also schlagen Sie ein?“