„Weshalb gehen?“ fragte Georg erschrocken.
„Frage nicht, ich werde sprechen, wenn die Zeit gekommen ist.“ –
Auf der Landstraße kamen zwei Lastautos angerollt. Sie waren hoch beladen, und es sah aus, als brächten sie einen ganzen Wald. Das waren Bäume, Obstbäume, Sträucher, Stauden für die Gärtnereien von Glückshorst.
Die Gärtnereien und Baumschulen bildeten das Herz aller Siedlungen.
20
Das Verwaltungsgebäude der „Gesellschaft Neu-Deutschland“ in der Lindenstraße summte wie ein Bienenstock im Hochsommer. Tausende von Menschen strömten täglich ein und aus. In all den hundert Abteilungen schwirrte die Arbeit, und überall sah man fröhliche, hoffnungsfrohe Gesichter.
Schon am frühen Morgen standen die Scharen der Arbeitsuchenden vor dem Gebäude und warteten auf das Öffnen der Tore. Die Aufnahmesäle vermochten kaum die Massen zu fassen. Nun da der Umbau fertig war, konnten alle Einrichtungen mustergültig genannt werden. Die Angeworbenen passierten die Zimmer der Ärzte, die sie sorgfältig untersuchten. Ihr Urteil bestimmte die Tätigkeit, leichtere oder schwerere Arbeit. An die Zimmer der Ärzte stießen Badesäle mit Duschen und Desinfektionsräume, in denen die Kleidungsstücke der Angeworbenen gereinigt wurden. Michael Schellenberg ging gegen Schmutz und Krankheitskeime mit allen erdenklichen Mitteln vor.
In der Nacht aber blendete von der Fassade des Gebäudes in riesigen gleißenden Lettern der Wahlspruch der Gesellschaft:
Tod dem Hunger!
Tod der Krankheit!