„Ein wahres Glück, daß diese Großherzogin ihr Silber nicht im Krieg abgeliefert hat, wie es der Patriotismus vorschrieb!“ rief Wenzel lachend auf. „Sonst würden wir heute nicht dieses schöne Silber hier haben!“

Zauberhaft schön erschienen Jenny diese Tage. Sie glitten dahin, wie das Schiff durch die See glitt. Tag ging in Nacht über und Nacht in Tag. Unwirklich und unirdisch erschienen sie wie der Dunst auf dem Meere und die hellen Nächte unter dem Sternenhimmel.

Sie fuhren, und die Leuchtfeuer blitzten am Horizont.

„Was ist das für ein Feuer, Wenzel?“

„Das ist das Feuerschiff Gjedser, Jenny. Das ist Langeland, Kiels Nor.“

Einmal lagen sie am späten Abend in einer völligen Windstille in der Nähe einer dänischen Insel. Das Meer floß wie geschmolzenes Blei dahin. Am Horizont stand violetter Dunst, fast wie fernes Land sah es aus. Kein Lüftchen regte sich. Die Nacht kam, sie gingen vor Anker. Deutlich hörte man die Stimmen von der Insel herüber zur Jacht klingen, den Laut einer Glocke.

„Was ist das, Wenzel?“

„Das ist Vieh, das auf der Weide ist.“

„Aber horch, nun kommen sie gerudert.“

In der Tat schien es, als höre man Ruder knarren. Sie spähten hinaus in die Dunkelheit, allein nichts war zu sehen. Die ohne jede Bewegung ruhende See verstärkte zehnfach jeden Laut, wie eine empfindliche Membrane. Nun schien ein blendender Berggipfel, unheimlich gezackt, am Horizont aufzutauchen. Ein Eisberg, der im Lichte glänzte. Aber es war der Mond, der groß und feierlich emporstieg. Wenn Jenny zum Firmament emporblickte, so erschauerte sie, es schien ihr, als seien Tausende lichter Augen überirdischer Wesen auf sie gerichtet.