Über Leipzig zeigte es sich, daß Wenzel einen groben Fehler gemacht hatte. Er fluchte und gab die sorgfältig angelegte Partie auf. Sofort begannen sie ein neues Spiel. Über dem Fichtelgebirge kamen sie in ein Schneetreiben, aber das kümmerte sie nicht. Als sie über Nürnberg waren, schien die Partie für Wenzel sehr günstig zu stehen, aber als sie den Bodensee überquerten, zeigte es sich, daß Mackentin listig und verschlagen einen Ausweg gefunden hatte. Er erzwang den Damenabtausch, und Wenzels Siegesaussichten waren nur noch gering. Mackentin versuchte verzweifelt ein Remis zu erzwingen. Aber Wenzel kämpfte heroisch, während die Maschine über schneebedeckte, glitzernde Gebirgszüge dahinflog. Schließlich blieb ihm indessen nichts anderes übrig, als die Partie remis zu geben.
„Welcher Wahnsinn!“ schrie Wenzel wütend. „Ich hatte die Partie schon gewonnen!“
„Hahaha!“ Mackentin packte vergnügt seine Handtasche zusammen. „Und hier ist ja schon Sankt Moritz!“ sagte er und deutete auf ein gleißendes Gebirgsmassiv, das, eine ganze Provinz aus Eis und Schnee, vor ihnen lag. „Die Berninagruppe.“
Der Motor schwieg, und die Maschine tauchte sanft in den blendenden Sonnenschein hinab.
„Man könnte glauben, man sei in New York!“ rief Mackentin aus, als die Maschine an den vielstöckigen Hotels entlangstrich, deren tausend Fenster in der Sonne funkelten.
„Und da ist Stolpe!“ Mackentin deutete auf eine winzige Gestalt, die mit komischer Hast über das besonnte Schneefeld torkelte. „Wie er läuft!“
Sie waren angekommen.
3
Und da war in der Tat der kleine Stolpe, atemlos, strahlend, kupferrot gebrannt von der Sonne. Die Haut schälte sich von seiner Nase.
„Alles in Ordnung?“ fragte Wenzel.