„Es ist in Wahrheit zauberhaft schön hier,“ sagte sie, und zum ersten Male hörte Wenzel in ihrer Stimme einen weichen, schwärmerischen Klang.
Sie besuchten den Brunnen mit den bemoosten Tritonen, die umwachsenen Statuen, und sogar in den Irrgarten aus Taxushecken wagte sich Esther, obwohl es drinnen ganz dunkel war. Sie verirrten sich wirklich, und es dauerte eine geraume Weile, bis sie unter Scherzen und Lachen den Rückweg fanden.
Nun schien es plötzlich für Esther genug zu sein. Die Stille bedrückte sie, die Schweigsamkeit des alten Parkes. Sie drängte zum Aufbruch.
Es zeigte sich jedoch, daß der Motor des Autos nicht in Ordnung war. Schweißtriefend lag der Chauffeur unter dem Wagen. Er versicherte, den Mangel spätestens in einer halben Stunde zu beheben.
„Oh, wie unangenehm!“ rief Esther ärgerlich, und augenblicklich wandte sie sich in herrischem Ton an den Wirt und verlangte einen Wagen. Der Wirt hatte einen Wagen, gewiß, aber er deutete an, daß die Herrschaften mit diesem Wagen nach Paris wohl vier Stunden fahren würden.
Esther runzelte die Stirn. „So telephonieren Sie nach einem Auto. Es muß sich doch ein Auto finden lassen? Ich habe Baron Blau versprochen, mit ihm nach dem Theater die Schokolade zu nehmen.“
Wenzel lächelte. „Telephonieren Sie in das Hotel,“ sagte er.
„Sie sind abscheulich,“ erwiderte Esther verletzt. Sie schwieg eine Weile, während sie in dem dunklen Park hin und her ging. Plötzlich schien es ihr, als ob sie Wenzel im Dunkeln lachen höre.
„Sie lachen?“ fragte sie verwundert.
Wenzel trat näher und berührte vertraulich ihren Arm. „Ich lache über Sie, Esther Weatherleigh,“ sagte er, „ich muß lachen, weil Sie so ärgerlich sind, ein paar Stunden von Paris fern bleiben zu müssen. Das Auto ist natürlich völlig in Ordnung. Ich habe den Chauffeur nur beauftragt, diese kleine Komödie zu spielen.“