„O gib, vom weichen Pfühle,

Träumend, ein halb Gehör!

Bei meinem Saitenspiele

Schlafe! Was willst du mehr?“

Zweimal wiederholte sie die Verse, das letzte Mal mit einer leisen, wimmernden, hilfeflehenden Stimme. Dann rief sie: „Gute Nacht, Wenzel!“ und ging in das Badezimmer.

Dieses Badezimmer war kreisförmig gebaut, aus korallenrotem Marmor. Das Bassin war versenkt, es führten zwei Stufen hinunter. In Nischen standen Waschtische, und in einer Nische stand eine Bank.

Jenny ließ das heiße Wasser einlaufen, dann wandte sie sich um und blickte zur Nische.

„Da bist du ja wieder, Wenzel,“ sagte sie leise lachend. Ja, da saß er! Wie oft saß er auf dieser Bank und sah zu, wie sie badete. Überall im Hause war er, man konnte gehen, wohin man wollte. Diesen Raum hatte er am meisten geliebt, die weiche Beleuchtung, sie behagte seinen Augen. Das Licht fiel durch Schalen an der Decke, dünn und zart wie die Blätter einer Rose.

Jenny legte das Gewand ab und stieg in das Bassin. „Sieh nur zu, Wenzel,“ sagte sie gegen die Nische. Dann saß sie eine Weile still, und wieder sprach sie, aber diesmal ganz leise.

„Schlafe! Was willst du mehr?“