An all das dachte er, während er sich an Jenny Florian wandte: „Haben Sie etwas gesteigert, Fräulein Florian?“

Jenny errötete unter seinem Blick. „Oh, ich habe kein Geld!“ rief sie aus, und nachdem sie das gesagt hatte, errötete sie ein zweites Mal.

Katschinsky richtete sich auf. Wie töricht, dachte er, muß sie ihm denn gleich sagen, daß sie kein Geld hat? Sie wird es nie lernen, es ist zum Verzweifeln!

„Lieben Sie diese schönen Dinge?“ fragte Wenzel weiter. Die Verwirrung des jungen Mädchens entzückte ihn.

„Ich liebe sie leidenschaftlich!“ erwiderte Jenny. „Woher kommt es, daß diese alten Dinge schöner sind als die unserer Zeit?“

Wenzel zuckte die Achseln. „Wer sollte heute soviel Geld haben, diese kostbaren Dinge herstellen zu lassen? Hat aber jemand die Mittel, so hat er sicherlich nicht den Geschmack.“

Es schien Katschinsky an der Zeit, ebenfalls etwas zu äußern, und nur um etwas zu sagen, warf er lässig hin: „In früheren Zeiten hatte der Mensch von Kultur die Möglichkeit, sich in den herrschenden Kunststil einzufühlen, heutzutage aber veraltet ein Kunststil innerhalb von drei Jahren.“ Schellenberg hörte nur mit halbem Ohr zu, und Katschinsky schämte sich, etwas so Banales gesagt zu haben.

„Ich vermag die einzelnen Stile nicht zu unterscheiden,“ sagte Jenny. „Ich fühle nur, das ist schön, oder das gefällt mir nicht. Haben Sie viel gekauft, Herr Schellenberg?“

Diese Frage fand Katschinsky wiederum taktlos. Seine Augen blendeten vorwurfsvoll. Was ging es sie an, ob Schellenberg kaufte oder nicht? Er ahnte nicht, daß Jenny nur aus Verlegenheit diese Frage stellte.

„Einiges, einige Möbel und einige Porzellane,“ erwiderte Wenzel. „Ich kaufe weniger, weil ich mir ein besonderes Verständnis für Antiquitäten zuspreche, weniger aus ästhetischen Gesichtspunkten, ich kaufe vielmehr, weil ich in guten Antiquitäten eine bessere Kapitalsanlage sehe als in zweifelhaften Effekten.“