Michael Petroff lachte leise hinter ihm her. Dann ging er sofort ins Zimmer des Advokaten.
„Der ‚Rajah‘ stirbt!“, sagte er mit einem triumphierenden Blick.
Der Advokat sah ihn furchtsam von unten herauf an; er entgegnete nichts.
„Ja!“ Michael Petroff setzte sich in einen Rohrstuhl und zog die Beinkleider etwas in die Höhe, damit sich die Knie nicht herausdrückten. „Ich frage eben den Doktor. Er sagt: nicht schlecht. Nun, das heißt, der ‚Rajah‘ stirbt. Als Heinrich starb, Heinrich, der die lustigen Lieder sang, über die Sie so lachen konnten, mein Freund, was sagte da der Doktor? Nicht schlecht! Und Heinrich starb. Ja, ich verstehe mich auf Ärzte.“
Der kleine Advokat hüllte sich in seinen Schal. Ihn fröstelte.
„Er saugt ihm die Seele aus dem Leib“, fuhr Michael Petroff mit wichtiger Miene fort. „Er versteht seine Sache, dieser Engelhardt. Wie machte er es damals mit dem Pfleger Schwindt? Genau so, sehen Sie!“
Und Michael Petroff ging, sich fröhlich die Hände reibend. Er fühlte sich angeregt von all dem, was um ihn vorging, von all den Dingen, die er durchschaute. Es gab da Neuigkeiten —! In vorzüglicher Laune setzte er sich an den Schreibtisch, um seinen Artikel: Doktor März verhaftet! durchzufeilen.
In dieser Nacht, gegen drei Uhr, starb der „Rajah“.
Die Nacht war warm und still und so hell vom Mond, daß man im Freien lesen konnte. Die Patienten waren unruhig, sie räusperten sich, gingen auf und ab und sprachen mit sich. Zuweilen aber wurden sie alle still: das war, wenn Engelhardt zu schreien anhob. Ich kann nicht mehr! Und dazwischen deklamierte er laut die Ansprachen, die die Könige und Fürsten, die vor ihm knieten, an ihn richteten.
Der kleine Advokat hatte es nicht gewagt, sich niederzulegen. Er saß angekleidet auf dem Sofa, in all seine Decken gehüllt. Und doch fror er, daß ihm die Zähne klapperten. Wenn Engelhardt zu schreien anfing, bewegte er betend die Lippen und schlug das Kreuz.