Divara. Setze dich, Hille. Pause. Du bist also entschlossen, den Gang zu tun?

Hille senkt das Haupt: Es hat mich wiederum Kleinmut befallen, Divara. Sie zittert unter Divaras Blick. Ich bin eine Unwürdige, ich weiß es. Zürne mir nicht, Divara. Ich habe Angst, Johann entgegenzutreten.

Divara betrachtet sie argwöhnisch, lacht: Angst? Wie sollte ein Mensch Angst vor Johann haben?

Hille. Und doch ist mein Herz beklommen in seiner Gegenwart.

Divara. Vielleicht ist es nicht jedem gegeben, in Johanns Nähe zu leben? Oft scheint er zu träumen, dann wieder ist er wie ein Besessener. Er ist gut und sanft wie ein Kind, und doch hat er Hanna, die ihm die Treue brach, mit eigener Hand mit dem Schwerte gerichtet. Vielleicht ist es gut, daß du Angst vor ihm hast, Hille.

Hille. Es ist eigentlich nicht Angst, Divara, aber ich fürchte seine Augen. Sie blenden oft wie die eines Wolfes im Finstern. Ich kann seinen Blick von gestern abend nicht mehr vergessen! Gott soll mir gnädig sein.

Divara voller Staunen: Hast du Johann gestern abend gesehen?

Hille. Ja, gestern abend sprach er mit mir. Er besuchte mich.

Divara erregt: Er besuchte dich?

Hille. Er rief zum Garten hinein: Hille. Da kam ich heraus. Was hast du, Divara –?