Johann lächelnd: Ich werde ihn greifen! Gott hat die Stunde des Bischofs schon angesetzt.
Knipperdolling. Die Lehnsleute und Junker haben den Bischof im Stich gelassen und sind abgeritten. Das Meißner Lager hat sich verlaufen. Die Geschützmeister haben die Feldschlangen und Haubitzen zurückbringen lassen. Johann! Gib Befehl und ich lasse die Tore öffnen. Das Lager ist in deiner Hand.
Redecker. Laß die Hörner blasen, Johann!
Dusentschur. Befiehl, Johann – und ich stürze mich, nackend, wie Gott mich erschaffen hat, den Heiden entgegen.
Rottmann. Was die Hauptleute vorschlagen, dünkt mich gut und aussichtsvoll, Johann.
Johann schüttelt den Kopf, mit dem gleichen seltsamen Lächeln: Noch ist die Zeit nicht gekommen, ihr Freunde.
Knipperdolling, Redecker, Gert tom Kloster, Rottmann zeigen ihre Enttäuschung. Johann, überlege! Versäume die Gelegenheit nicht. Fall ihn an!
Johann. Euer Plan, Freunde, ist ein Plan, wie Menschen in ihrer Einfalt ihn ersinnen. Gott aber, der über uns thront, hat in seiner Weisheit längst einen Plan ersonnen – da wir nicht einmal daran dachten. Und was sollte ein Plan von Menschen gegen seinen Plan, sagt es selbst? Ihr Brüder – verstehe ich Gottes Absicht recht, so ist es sein Wille, uns das Lager des Bischofs in die Hand zu geben – aber auf seine Weise! Und so zwar, daß es allen Völkern des Erdballs offenbar werde, daß Gott sein Volk über die Tyrannen stellt. Solch ein Zeichen will Gott der Herr allen Ungläubigen geben, daß sie zittern und erbleichen.
Tilbeck. Hört es, Brüder!
Knipperdolling. Wir verstehn dich nicht, Johann.