Der Vorhang fällt.

Dritter Akt

Das bischöfliche Feldlager.

Saal in einem Kloster. Einfach, getüncht. Nur einzelne Stücke, ein Tisch, ein paar Stühle, ein auffallend großes Kruzifix verraten Reichtum. Ein hoher Ledersessel für den Bischof. In der Mitte der Rückwand führt eine breite, mit einem Vorhang verhängte Tür zu den Privaträumen des Bischofs. Einige Stufen führen zu dieser Türe empor.

Die Mitte des Saals ist frei. Im Drittel rechts befindet sich der Sessel des Bischofs. Zwei hohe Bogenfenster. Tiefe Nischen. Im Drittel links steht vorn ein großer runder Tisch, um ihn herum einige hochlehnige Stühle. Eine breite Türe.

In der Ecke links führt eine schmale steile Steintreppe zu einer kleinen Türe empor.

Die Morgensonne scheint durch die Bogenfenster.

Der Bischof ist beim Frühstück. Diener tragen Schüsseln und Gefäße durch den Raum. Man sieht, daß der Bischof auf eine gute Tafel hält.

Der bischöfliche Sekretär Dr. Melchior sitzt an dem großen, mit Schriftstücken und Büchern bedeckten Tisch und schreibt. Typus des Gelehrten; Brille. In geistlicher Tracht.

Graf Seedorf, der Gesandte des Kurfürsten von Sachsen, steif und hochmütig, geht wartend im Saale hin und her. Er ist weltlich gekleidet. Lutheraner.