Offizier. Die Täufer schicken die bischöfliche Urkunde von Telgte an den Bischof zurück.
Johann von Raesfeld. Was für eine Urkunde?
Dr. Melchior. Laßt sehn! Belustigt. Wahrhaftig, es ist die Urkunde von Telgte. – Ihr wißt – worin der Bischof freies religiöses Bekenntnis in der Stadt Münster verbürgte. Hier ist das Siegel des Bischofs. Hier ist Eure Unterschrift, die Unterschrift des bischöflichen Kanzlers. Hier die meine.
Johann von Raesfeld. Wie kam die Urkunde in Eure Hand?
Offizier. Die Täufer trieben einen mageren Esel ins Lager. Auf den Kopf hatten sie dem Esel, mit Verlaub zu sagen, eine Bischofsmütze gesetzt und an den Schwanz diese Urkunde gebunden.
Dr. Melchior. Wie? Was? Heilige Anna!
Johann von Raesfeld. Was sagt Ihr dazu, Dr. Melchior? Sie wagen es, den Bischof zu verspotten. Wartet, wartet, ihr Elenden! Wir werden dem Bischof diese Büberei verschweigen, um seine Gesundheit zu schonen. Der Bischof sah ohnehin bei der Tafel aus, als habe er drei Tage im Grabe gelegen.
Offizier. Das ganze Münsterland ist in Aufruhr. Die Bauern weigern sich, fernerhin ihre Fuhrwerke zu stellen.
Johann von Raesfeld. Was sagte ich, Dr. Melchior? Ist es so gekommen, wie ich sagte, oder nicht? Schon machen die Bauern den Nacken steif. Greift die ersten sechs Bauern, die euch nahekommen, und laßt sie auspeitschen!
Offizier. Eine Abordnung der bischöflichen Kriegsknechte ist eingetroffen und verlangt die Feldobersten zu sprechen.