Bischof. Laßt sie sprechen!

Hille Feiken. So wie Judith ins Lager des Holofernes ging. – Sie sieht alle an. Der Sack, Bischof – in diesem Sack, Bischof, wollte ich dein Haupt an die Tore Münsters bringen, so wie Judith das Haupt des Holofernes an die Tore von Bethulia zurückgebracht hat.

Schweigen. Schrecken und Bestürzung in den Mienen. Der Bischof hat sich bleich erhoben.

Hille senkt das Haupt: Gott hat mich nicht für würdig befunden. Er hat seine Hand von mir genommen.

Stille.

Bischof ruhig: Übergebt sie dem Profosen!

Hille Feiken wird abgeführt. Sie sträubt sich nicht, ist in ihr Schicksal ergeben.

Hille auf der Treppe: Gott hat mich um meiner Sünden willen nicht für würdig befunden. Du, Bischof, hast die Gewalt! Ich zürne dir nicht, denn Christus hat befohlen, unsere Feinde zu lieben. Wenn du einst eingehen wirst in das ewige Reich, so wird Hille Feiken für dich beten, Bischof, denn auch du bist ein sündiger Mensch. Und solltest du in die Verdammnis kommen, so wird Hille Feiken zu dir in die Verdammnis hinabsteigen, um dir die Lippen zu netzen ... Weshalb schweigst du, Bischof? Wir sehen uns wieder. Du weißt es.

Johann von Raesfeld. Führt sie hinaus!

Hille wird abgeführt.