Viele Stimmen schrien in mir, so laut, daß ich sie hören mußte. Sie ist verloren! schrien sie. Und eine schrie unausgesetzt: Ingeborg! Ingeborg! Und eine betete, betete wirre, entsetzte, hilflose Worte, immerzu.
Tag und Nacht waren die Stimmen in mir.
Pazzo heulte im Hofe. Er ahnte, daß die Herrin in Gefahr schwebte.
Ich taumelte hin und her in meinem Zimmer. Ich weinte nicht, ich klagte nicht, nein, ich betete nicht. Die Stimmen waren in mir. Es war nun auch eine Stimme in mir, die unausgesetzt weinte. Aber ich weinte nicht. Ich taumelte in meinem Zimmer hin und her.
Ich nahm ohne Gedanken ein Federmesser vom Schreibtisch und stieß es mir in die Hand. Ich spürte nichts, es blutete. Ich sah das Blut, ja, ich hatte mir das Federmesser in die Hand gestoßen, wann denn, warum denn?
Es kam noch eine Stimme in mich hinein, die schrie unausgesetzt: Hilfe, Hilfe! Sie rang die Hände, die Stimme rang die Hände. — — —
Ich habe gerungen mit Ingeborg, mit aller Kraft, sie war stärker als ein Mann, ich mußte sie zurückhalten, ich mußte ihr wehe tun. Sie jammerte, jammerte. Sie wollte in den Wald laufen. — — —
Ob etwa eine seelische Erregung vorhergegangen sei? fragte der Arzt.
Liebe, Liebe, mein Bester! — — —
Der Tag kommt und geht. Die Nacht kommt und geht.