Und ich befehle Holz aufzuschichten für ein großes Feuer, das über die Berge leuchten sollte, damit alle es sähen. Auf der Wiese vor dem Hause.
„Tränkt das Holz mit Öl und Wohlgerüchen!“ Ein Teppich aus weißen Rosen bedeckte den Weg, wie ein Bach von Milch floß er aus Ingeborgs Gemächern, über die Treppe, über die Wiese.
Die Stunde kam heran, da sie Ingeborg auf die Wiese trugen und auf den blumenübersäten Scheiterhaufen legten. Ich stand dicht daneben und um Ingeborgs Grab herum standen Knechte und Mägde, abseits stand Karl mit großen leuchtenden Augen.
Der Himmel war grünlichblau wie im Frühling, ein frischer Wind blies, die Vögel sangen im Walde und in den alten Kastanien vor dem Schlosse.
Ich blickte auf Ingeborg, die schlank und schmal in einem Bette von Blumen lag.
Das Feuer züngelte, ich sah nichts mehr. Feuer, Feuer.
Die Flammensäule fiel in sich zusammen und ein dichter brauner Qualm hob sich aus der Aschenstätte, und löste sich auf in feinen Rauch, der über das glänzende Blau des Frühlingshimmels wie ein Schleier zog. Der Schleier zerriß und Stück um Stück zog über das Tal und es sah aus, als ob Schwärme von Zugvögeln hoch oben über den Himmel strichen.
Die Knechte und Mägde sahen dem Rauche nach und weinten still: dort oben zog die Herrin davon! Nie würden sie sie wiedersehn, nie nie mehr.
Sie standen noch immer im Kreise um diese Stätte wie am Morgen, da die Sonne aufging. Viele weinten, da und dort aber stand einer und lächelte: er dachte an die Herrin.
Karl stand und blickte unverwandt auf seine Brust herab. Da lag ein blondes Haar, das das Feuer zu ihm herübergeweht hatte. Er wagte es nicht, sich zu bewegen und sah unverwandt auf das blonde Haar auf seiner Brust.