Vor dem Aschenhaufen lag Pazzo und leckte sich die verbrannten Läufe ab, er heulte dazwischen leise, wobei er den spitzigen Kopf hob und in den Himmel emporblickte. Er hatte den Versuch gemacht in das Feuer zu springen.
Der Rauch wurde dünner und erstarb.
„Sammelt die Asche in silberne Becken!“ sagte ich und streckte die Hand aus. Diese Hand war die Hand eines Greises, welke Haut, krause Adern.
Und ich streute die Asche in den Wind, der sie entführte. So sollte Ingeborg zurückkehren in die Welt.
Der Wind würde die Asche in Blütenkelche streuen, Mädchen auf die roten Lippen, Zechern in die Becher, schlafenden Kindern in die offenen Mäulchen. Und so bald die Nacht käme, würde es zu flimmern anfangen, wie die Kerzen in den dunkeln Höhlen der Kirchen flimmern, in den Wäldern, über den Feldern, in den finsteren Gemächern, hoch in den dunkeln Wolken, tief im schwarzen Meere. Über die ganze Welt würde es flimmern. Ja.
Das war Ingeborg!
Ich wusch die Hände und kniete nieder. Ich breitete die nassen Hände vors Gesicht und weinte.
Ich weinte nicht aus Schmerz, ich weinte, weil ich Ingeborg verschenkt hatte. Ich hätte sie behalten können, seht, drunten in der Gruft der Kirche schliefen viele Frauen, aber ich gab sie her.
Und deshalb weinte ich und ich weinte so sehr, daß mir die Tränen wie Bäche über die Wangen stürzten.
Und während ich weinte, vernahm ich Ingeborgs Stimme, die mich tröstete. Sie rief.