Eine Befreiung, eine Verkündigung!

Konnte denn Ingeborg von mir gehen, da ich doch eins mit ihr war? Wenn ich nun nicht wollte? Wenn ich nun nicht wollte! Ich hatte Macht über Ingeborg.

Das war ein berauschender, ein betäubender Gedanke! Ich glaubte an meine Kraft! Nein! Ich gab es nicht zu!

Ingeborg konnte nicht von mir gehen! — — —

Die Menschen wissen nichts. Dumme und anmaßende Wesen sind die Menschen. Sie behaupten, daß es keine Wunder gibt. Es kann Wunder geben. Sie behaupten, es gibt keinen Gott. Und es kann doch einen Gott geben.

Der Mensch ist mehr als ein Staat von Zellen. Es gibt Stunden, die dem Menschen die Augen eines Sehers und die Zunge eines Propheten geben. Stunden, in denen er an Dinge glauben muß, über die er lachte und über die alle vernünftigen Leute lachen.

In solchen Stunden glaubt er, daß Lazarus wieder zu den Lebenden zurückgerufen wurde, obgleich er schon tot war —

Was glaube ich heute? Ich weiß es nicht. Es liegt viel alltägliches Empfinden über jener Stunde, da ich an alle Wunder und an Gott glaubte, da ich mit Gott rang, ja, da ich mit Gott rang.

Ich besiegte ihn nicht, nein, wenn er nicht gewollt hätte, so hätte ich umsonst ringen können, aber vielleicht achtete er meinen Willen?

Ingeborgs kräftige Natur siegte. Man kann so sagen. Ich glaube es auch, ja, aber ich weiß, daß ich einst etwas ganz anderes glaubte.