„Ach, gehe nicht, gehe nicht. Karl!“
„Karl wird immer bei dir bleiben, Ingeborg!“
Ingeborg weinte und lachte.
Ja, ja, aber Axel wird sie nicht fortlassen. Er wird sie in sein Zimmer sperren.
Nein, Axel habe es mir gesagt, er würde sie fortlassen, ganz gewiß. Wohin sie auch wolle. Er würde sie keineswegs in sein Zimmer sperren.
„Du bist schön, Karl! Ich liebe, liebe dich! Verrate es Axel nicht!“
Sie umschlang mich und mein Herz blieb mit einem Ruck stehen bei dieser Umarmung.
Ein violetter Blitz erhellte das Zimmer, zuckte unaufhörlich, aber es schien als wolle er nicht mehr erlöschen. Und Ingeborg küßte mich, während der Blitz um sie leuchtete, sie küßte mich fieberhaft rasch und es kam mir vor als küsse sie mich hundertmal. Ihr Gesicht war weiß wie Kreide und hell wie Brillanten waren ihre Augen. Plötzlich wurde es schwarze Nacht, der Donner knatterte, als springe ein diamantener Blick eine klingende Stahltreppe hinab, so klang er. Im Walde brach ein Baum entzwei und eine tiefe unheimliche Stille folgte dem Gesplitter. Dann rauschte es, als schütte man Schäffer von Wasser vom Dach auf die Straße.
„Ich verrate es Axel nicht, liebste Ingeborg. Nein, nein, kein Wort sage ich ihm.“
„O, o!“