Und sie erzählte, wie sie den Geliebten zum erstenmal sah.
„Er stand im Saale der gewebten Wände, wo so viele Herren und Frauen lautlos tafeln und lachen, daß man glaubt zwischen Gespenstern zu gehen und einem bange wird. Da sah ich ihn und er verneigte sich vor mir, und ich erschrak. Weiß nicht weshalb.
Schöne Augen hast du! sagte ich zu ihm. Bei Gott ich wußte nicht, was ich tat. Erst später fiel mir ein, was ich gesagt hatte.
Ziemt es sich für eine Königin, stehen zu bleiben und solche Worte zu sprechen? Gewiß nicht. Ich tat es.
Ich konnte nicht von der Stelle gehen, zitterte und lachte. Ziemt es sich für eine Königin zu lachen wie ein Kind? Aber ich tat es.
Ich traf ihn wieder an der silbernen Treppe, er legte Kissen in die Barke des Königs. Er war sehr blaß.
Weshalb bist du so blaß? fragte ich.
Und er erwiderte: Ich bin so blaß, weil ich ein Mädchen liebe und es ihr nimmermehr sagen kann.
Ich erschrak nicht — Haha — nein, denn ich wußte wohl, wer das Mädchen war.
Würdest du das Mädchen küssen, wenn du könntest?