Ingeborg wurde verlegen. Ihr Blick flackerte. Karl sagte, daß er mir danke, das könnten sie ja einmal versuchen.

Und Ingeborg sagte: „Ja“ und lächelte.

„Gut!“ rief ich. „So küßt euch.“ Ich lachte. Es wurde still.

Welche Kinder sie doch waren, diese beiden!

Ingeborg blickte Karl an, und diesen Blick kannte ich. Ich hatte irgend ihn einmal gesehen, ja, es war droben auf der Höhe, damals als der Wind wehte.

„Nun, so küßt euch doch!“

Karl nahm Ingeborgs Kopf sanft zwischen die Hände und sah sie an. Er wurde bleich und seine Augen strahlten. Er sah schön aus, verlegen und triumphierend zugleich. Das war Karls wirkliches Gesicht. Und er küßte Ingeborg auf den Mund. Ingeborg errötete. Sie schloß die Augen.

Dann waren sie beide verschämt und still.

Solche Kinder waren sie.

„Man muß neue Kerzen aufstecken,“ sagte Ingeborg verlegen, und Karl goß sich das Glas voll und trank auf mein Wohl, mit verlegener Miene. —