Ich ging leise, vielleicht würde sie wieder sprechen.

Sie sprach wieder und es klang als spräche sie in bittendem Tone.

Ich hörte meinen Namen. Mein Herz begann laut zu pochen. Ich lächelte. Ich stand nicht weit von ihnen entfernt und sie wußten nicht, daß ich da stand. Wie schön würde es sein, ihre Worte zu vernehmen und gar, was sie über mich sagten. Dann wollte ich aus dem Gebüsche hervortreten, wie die Zauberer in den Märchen, und sagen: ganz dasselbe denke ich auch, Ingeborg, oder irgendetwas. Und ich freute mich auf ihre überraschten Gesichter und ihr Lachen.

Ich hörte den Wassertropfen in den Tümpel fallen und dann sprach Ingeborg, und es erschien mir plötzlich, als spräche sie ferne. Und doch stand ich nur wenige Schritte hinter ihnen. Ich sah Ingeborgs Nacken, einige Korallenperlen darauf, ich sah einen Hut, Karls Hut und daneben eine knochige, schmale Hand, die das Gras niederdrückte, Karls Hand.

„Was denkst du aber?“ sagte Ingeborg. „Liebst du mich denn nicht?“

Peng — fiel der Tropfen.

Und Karl antwortete mit ernster, gleichtönender Stimme:

„Ich denke an Axels vornehmes Herz und an die schwere Arbeit meines Lebens.“

Die Lider fielen mir zu und meine Arme wurden steif.

Es verging eine endlose Zeit, dann sprach Ingeborg wieder, noch leiser, noch ferner: „Aber was soll ich tun? Karl, Karl, rate mir doch! Ich ertrage es nicht länger. Ich liebe Axel, ja, gewiß, aber —“