Ingeborg lächelt und blickt hinab über die düstern Buchenwälder, die sich leise wiegen.
Ingeborg lacht leise.
„Sonderbar war er vor allem, sonderbar in allem, was er tat. Erinnerst du dich, wie er am ersten Abend sagte, die Frauen seien ganz gute Geschöpfe, glaube er. Und er erzählte von einem armen Mädchen, das ihm eine Kravatte geschenkt habe? Wie hörte sich das an! Und zu gleicher Zeit schrieb er an einem Gedichte, zwölf Gesänge zur Verherrlichung der Frau — haha!“
„Ja, sonderbar war er, du hast recht, Ingeborg. Wer ist er doch? Ich habe nie eine Silbe der Klage von seinen Lippen gehört, nie einen Zug des Unmutes bei ihm gesehen. Und doch hat er so viel gelitten. Immer fröhlich ist er und immer schenkt er.“
Darauf spricht Ingeborg und sie zieht bedeutsam die Brauen in die Höhe: „Ein Weiser ist er und ein Kind. O, er ist ein Mensch! Ich habe eine Stelle in einem seiner Bücher gefunden, die heißt: Leiden mußt du können bis zur Verzweiflung und lachen bis zum Irrsinn, ohne zu verzweifeln, ohne irrsinnig zu werden. Das sagt viel von ihm.“
Und Ingeborg lächelt und sieht die Straße hinab und eine kleine Falte ist zwischen ihren Brauen zu sehen. Ihre Lider sind halb geschlossen.
Ich gehe. Diese kleine unterdrückte Falte zwischen den Brauen zerschneidet mir das Herz.
So vergeht der Tag.
Und Ingeborg ist blaß und ein eigentümlicher Schein ist in ihren Augen. Wo sah ich doch diesen Schein schon und diese erstarrte Miene?
Es fällt mir ein: damals auf der Höhe, an jenem Abend, bevor wir uns küßten.