Ingeborg lacht eigentümlich und sagt: „Weißt du, woher die Feuerlilie ihre Glut hat und die Amsel ihren Gesang?“
Nein, das wußte ich nicht. Wie sollte ich wissen, woher die Feuerlilie ihre Glut und die Amsel ihren Gesang hat? Ich hatte mich nie mit diesen Dingen beschäftigt.
„Karl weiß es!“
Karl weiß es. Bin ich ein Dichter? Nein. Karl ist ein Dichter und mußte es wohl wissen.
Ingeborg blickt an mir vorüber, hinunter auf die Straße, die zum Dorfe führt, und spricht:
„Karl hat eine neue Unsterblichkeitslehre gefunden. Wie groß ist ihm der Mensch. Mir verriet er es, mit niemand sprach er sonst davon.“
„Weißt du, wie man sich Zuneigung und Abneigung erklären kann? Er sprach von Geschlechterreihen und daß —“
Was weiß ich von diesen Dingen?
Der Tag vergeht, es weht vom Tal herauf. Grellgelbe Flecken bekommen die Wälder. Ein einzelner brennendroter Baum steht in der Ferne im grünen Walde.
Ich gehe herum und sinne. Ich gehe in die Ställe und sehe den Knechten nach. Ich spreche mit ihnen. Ich gehe in die Scheunen, wo die Futterschneidmaschine surrt. Es treibt mich herum.