Auf der Wiese nahe der kleinen Birke steht ein alter Knecht, in zusammengeschrumpften Hosen und blauem Arbeitskittel, er ruft zu einem Bauern auf der Straße hinüber. Von einer Kirchweih erzählt er. Er lacht, aber er bewegt die Arme, als wolle er Streit anfangen.

„Es ist ein armes Vögelchen, ging gerne in die Freiheit,“ sage ich.

Ingeborg denkt, was meint er doch? Sie blickt mich an und ihre Lider zucken verlegen.

Der Knecht auf der Wiese lacht und ruft: „Alle Hohenfichtener sind dagewesen. Eine Hetze war es, haha!“

Hahaha — antwortet es von der Straße her. Und der Knecht bricht wiederum in Gelächter aus. Glücklich und jung lacht er trotz seiner grauen Haare.

„Siehe, Ingeborg, was ich mit solchen eingesperrten Vögelchen tue.“

Ich öffne den Käfig. Das Rotkehlchen steht unter der Türe, pfeift schüchtern und wendet das gereckte Köpfchen nach links und rechts. Glaubt man nicht, man könnte ohne weiteres fortfliegen, denkt es — zit zit! Es betrachtet sich die weite Welt und schüttelt die Flügel.

Ich lächle.

„Es will gar nicht gehen. Aber die Türe steht ja offen. Ich bin doch nicht so grausam, es zurückzuhalten —“

„Geh, kleiner Vogel, flieg!“