„Heute knistert es besonders stark!“ sagte Ingeborg. Die Haare lagen auf meiner Hand, ein Netz, ein Gespinst, sie waren weich, sie schmeichelten. Man konnte sich nicht denken, was es ist, Haare, nein, etwas ganz Wunderbares war es.
Dann wurden sie gefesselt und in den Nacken gewunden. Ich sah ihnen nach. Ingeborg kämmt sich die Haare. Ich denke daran. Stunden vergehen. Es ist eigentümlich, ganz unbedeutende Dinge können zu Ereignissen werden.
Aus einer Zeit, da ich einen gespitzten Mund küßte und ausrief: Alle Tage ist nun Hochzeit, du!
Ich habe einen Geschmack auf den Lippen.
Zuweilen vergeht er, aber er taucht immer wieder auf.
Ich fühle ihn des Morgens, wenn ich aufstehe und das ist mein ganzes Glück für den Tag. Es kann sein, daß ich den Geschmack auf den Lippen verliere, aber ich träume des Nachts von ihm, ich erwache, er ist auf meinen Lippen. —
Dann wage ich es nicht wieder einzuschlafen. — — —
Was soll ich tun? Soll ich lesen? Ich begreife ja keine Zeile. Soll ich Klavier oder Geige spielen? Ingeborg ist ja in jedem Tone. Soll ich den Wald ausrotten, eine Wiese entwässern, einen Kanal graben für die Schiffahrt und den Handel?
Soll ich fortreisen, in die Ferne, bis dorthin, wo die Bahn aufhört und dann wandern, wandern —?
Ja! aber wenn es Ingeborg einfiele, mich auf Edelhof zu besuchen? — — —