In der Nacht, da der erste Reif fiel, hatte ich einen herrlichen Traum. Ich träumte, Ingeborg stünde an meinem Bette. Ich sah sie stehen, es war wie im Sommer, der Mond schien durch die Kastanien und der Boden des Zimmers sah aus wie ein Spiegel, der in tausend Stücke zersprungen war. Auch Ingeborg glitzerte. Ich erwachte: da war es leer und kalt um mich. Ich stand auf und ging den Berg hinunter, über das Tal. Ich stieß auf Geleise. Die Geleise waren bereift.

Es kamen zwei glückliche Tage. Zwei Tage mit Wangen wie der Mai und leichten Füßen wie die Sonnenstrahlen.

An einem Tage kam Pazzo zurück. Am andern traf ein Brief von Ingeborg ein.

Ich stand am Fenster und blickte die Straße hinab. Die Straße herauf kam ein Jäger mit seinem Hunde. Nein, es war kein Jäger, er hatte kein Gewehr und ging auch nicht wie die Jäger gehen, es war ein Hirte mit seinem Hunde. Nein, es war auch kein Hirte, ein Bahnwärter war es, man sah es an der Mütze, und dieser Hund war nicht der Hund des Bahnwärters, dieser schleichende, magere Hund war ja Pazzo.

Ich riß das Fenster auf und pfiff. Der Hund stellte die Ohren, bellte matt und trabte müde heran.

„Kommen Sie herein! Herein, mein Freund!“ rief ich dem Bahnwärter zu.

Pazzo kam kläffend die Treppe herauf und sprang an mir empor. Er sah verändert, ja ganz entstellt aus. Dann winselte er und kroch um meine Füße. Er heulte kläglich, legte sich auf den Boden und schlug mit dem Schwanze.

„Was ist mit dir, Pazzo? Deine Augen sind ganz trüb.“

Der Bahnwärter trat ein.