Wir lachten und es schien als machten wir einander große Verbeugungen, so schüttelte uns das Lachen. Standen mitten auf der Straße, im Herbstwald, im Regen, und verneigten uns.

„Ja“ sagte ich, „glaubst du es nicht? Lieber Freund, was ich für ein Glück hatte! Ich bin ein Bahnwärter bei Unternzell. Sehe immer einen Hund am Bahndamm laufen, ich fange diesen Hund, Waldmann rufe ich, Feldmann, fange ihn wie gesagt und bringe ihn seinem Herrn. Hast du das Schloß gesehen, da drunten?“

„Ja, schönes Schloß!“

„Nun höre weiter. Ich bringe ihm den Hund. Was verlangst du, fragte er. Ganz kurz, wie die reichen Leute sprechen, er wollte eben ausfahren mit seiner Frau. Lieber, was er für eine schöne Frau hat, sage ich dir! Schlank, blond und ein gewinnendes Lächeln. Die Locken hängen über die Wangen, wie man es bei Kindern sieht. Augen hat sie, klein und frisch, hellblau wie Vergißmeinnichte. Eine Stimme wie ein Vogel. Wenn sie nur spricht — —“

„Also was verlangtest du?“

„Ich verlange also fünf Mark. War es zuviel?“

„Wielange hattest du den Hund in Pflege, darauf kommt es an.“

„Sechs Wochen!“

„Dann ist es nicht zuviel.“

„Was meinst du aber was passierte? Der Herr lachte gerade heraus. Und auch seine schöne Frau lachte. Noch nie habe ich eine Frau so lachen gehört. Du, Ingeborg, sagte der Herr, fünf Mark verlangt er. Die schöne Frau sagte darauf, daß ich verrückt sei. Und beide lachten. Was meinst du aber, daß sie mir gaben?“