„Nun höre. Ich hätte ebensogut nur tausend Mark bekommen können. Wie wäre es, wenn wir teilten? Ich brauche das Geld nicht.“
Der Wanderer blinzelte und lachte. Er klimperte mit der Hand in der Tasche und es klang nach harten Talern.
Er schnalzte mit der Zunge. „Da, habe Geld, brauche keines,“ sagte er. „Ich bin so glücklich, daß das Geld bei mir keine Rolle spielt, Freund. Alles steht gut, meine Frau hat sich eine Strickmaschine angeschafft, ist sehr geschickt und fleißig.“
Ja, wenn er nun so stolz wäre —
„Lassen wir uns die Stimmung nicht verderben,“ sagte der Kleine, „weil wir doch die glücklichsten Menschen der Welt sind. Du hast ein gutes Herz, du bist auch glücklich, ja, denn sonst würdest du nicht so lächeln. Ich kenne Lachen und Lächeln der Menschen genau, ich war da, wo man selten lacht, verstehst du. Du bist so glücklich, daß du Scherze treiben mußt. Sieh, Bruder, ich sehe deine Hände an. Du bist kein Bahnwärter, nein —“
Haha!
„Nein. Hat ein Bahnwärter eine Brieftasche? Wo hast du das schon gesehen? Ein Bahnwärter spricht auch ganz anders. Ich bin Reisender und kenne die Bahnwärter also besser als du. Wer sollte auch so ein Narr sein, daß er zweitausend Mark bezahlt, wenn man ihm seinen Hund zurückbringt? Wir sind doch nicht in Amerika! Ich weiß wohl, daß du aus dem Schlosse da drunten bist, vielleicht der Herr selbst —?“
Ich lachte.
„Schlaukopf, Schlaukopf! Soll ich jedem sagen, weshalb ich glücklich bin?
Nun, dir kann ich es sagen, das mit dem Hunde war freilich Lüge. Aber ich will dir die Wahrheit sagen. Ich habe heute einen Brief von meiner Frau erhalten. Sie ist im Bad. Ein Kind hat sie geboren, einen Knaben!“