Aber ich hörte noch lange Zeit den jauchzenden Gruß und ich antwortete, bis ich nichts mehr vernahm.
Ein herrlicher Tag!
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Der Brief ist geschrieben, das Medaillon ist fortgeschickt. Viele Mühe hat mir dieser Brief gemacht. Nun, ich schreibe selten Briefe. Aber dieser Brief durfte nichts von Traurigkeit enthalten, es hat seinen Grund, er durfte auch nichts von Fröhlichkeit enthalten, es hat seinen Grund. So schrieb ich von Pazzo. Daß Pazzo sich verlaufen gehabt hätte, sechs Wochen strolchte er umher, aber jetzt wäre er hier. Aber er sei krank und verstört. Zuweilen knurre er sogar, wenn man ihn streichle, mürrisch sei er wie ein rechter Kranker. Er habe Falten zwischen den Augen bekommen, ein wirkliches griesgrämiges Gesicht. Aber ich hoffe, daß es nun bald eine Wendung zum guten nehme mit Pazzo. Und nun viele Grüße, viele, viele Grüße an euch, ihr lieben Freunde.
Ja, bei Gott, was sollte ich auch anderes schreiben? Der Brief ist geschrieben, das Medaillon ist fortgeschickt. Gerne hätte ich es behalten. Ich sah es mir gut an, bevor ich es einpackte. Ingeborg hatte Karl, hatte Gespräche und Lachen, ich hatte — nun, Ingeborg brauchte es. Gut.
Ich behielt nun nur noch ein kleines Väschen aus grünem Glase von Ingeborg zurück. Alles andere war eingeschlossen worden in Ingeborgs Gemächer. Diese Gemächer waren verschlossen für immer und die Schlüssel lagen in einem Schranke alter Kleider.
Ein neues Leben mußte begonnen werden!
Aber das grüne Väschen hatte ich zurückbehalten. Es stand auf dem Flügel und ich sah es an, so oft ich vorüberging. Es hatte Form und Farbe einer unreifen Zitrone, goldne Reifchen am Rande. Es war körnig wie rauhes Eis.
Die Tage gingen.