Pazzo liegt auf der Decke vor dem Kamin und öffnet die Augen. Er ist krank und ein starrer, gläserner Ausdruck liegt in seinem Blick. Er frißt fast nichts und ist schrecklich mager geworden. Und nun ist er so schwach, daß er kaum mit den Ohren zucken und den Schwanz bewegen kann.

Wenn ich ihn berührte, so sträubten sich die Haare auf seinem Rücken und er knurrte mürrisch. Niemand durfte in seine Nähe kommen und er fraß nur aus meiner Hand. Kam eine Dienerin, um Holz in den Kamin zu legen, so blies er zornig durch die Nüstern und zeigte die Zähne.

Der Zustand des Tieres machte mir große Sorge. Aber wiederum zerstreute mich die Pflege des Hundes und ich pflegte ihn, wie eine Mutter ihr Kind pflegt.

„Es wird schon gehen, nur Mut, Pazzo!“ sagte ich und kauerte auf dem Boden vor ihm. „Nur Mut, mein Liebling!“

Aber es ging nicht besser, nichts wollte helfen, und in einer stürmischen Nacht erhob sich Pazzo plötzlich und schlug laut an. Es war ein heiseres Kläffen, wild und hungerig.

Ich saß am Schreibtisch und las. Ich las in der Bibel, die Geschichte der herrlichen Esther, der Königin. Neben mir stand der Leuchter und mein Schatten fiel groß und phantastisch an die Wand.

Vielleicht hatte der Schatten Pazzo erschreckt, oder das Klappern der Zweige vor dem Fenster.

Und ich beruhigte Pazzo, indem ich freundlich auf ihn einsprach.

Aber Pazzo bellte abermals, scharf und feindselig, und dieser Laut war so fremdartig und entsetzlich, daß es mir kalt über den Rücken rieselte.

„Ruhe, Pazzo!“ rief ich.