Eine Stimme im Hause schrie und kreischte. Ein Laufen in den Gängen. Dann kamen einige Mägde ins Zimmer gestürzt, dürftig gekleidet, ohne anzuklopfen. Sie starrten mich wie versteinert an.
„Tragt ihn hinaus,“ sagte ich, „verscharrt ihn.“
Sie nahmen Pazzos Körper und schleppten ihn aus dem Zimmer. Sein Kopf hing nach unten und er starrte mich an, bis er in der Türe verschwand. —
Er war ein solch schönes und treues Tier, so klug, liebenswürdig, höflich. Er hatte solch klare, vergnügte Augen, sein Fell war so weiß und weich. Und die Sprünge, die er machen konnte! Er schwebte in der Luft, flog, und er konnte sausen, daß seine Ohren wie weiße Fähnlein flatterten. Er hatte ein paar schwarze Kleckse an der linken Flanke — als habe jemand ein Tintenfaß nach ihm geworfen, so sagte Ingeborg. Er war so dankbar, bei einem Worte, da leuchteten seine Augen, und bei zwei Worten, da tanzte er, und bei drei Worten, da legte er sich einem zu Füßen und schlug mit dem Schwanze. — — —
Nun war ich allein. Tag für Tag, Nacht für Nacht.
Das Leben war nicht leicht zu ertragen.
Ich schüttelte den Kopf und lächelte: Welch ein Winter! Ich mußte viel an Hermann Ecke denken, den Herrn auf Entenweiher, den Eva verließ.
Vielleicht hat Hermann Ecke auch einen Hund gehabt, der toll wurde? Nun kannte ich Hermann Ecke genau. Ja, ich sah ihn vor mir.
So, so, ja so sieht er aus! — Wenn du einem begegnest, fahl sein Gesicht, die Augenbrauen hochgezogen, groß und verwundert seine Augen und ohne Blick, ein wundes Lächeln auf den Lippen: Das ist er!
Da ist seine Geschichte. Ich schrieb sie, weil mich der Kummer niederdrückte.