Der Knecht fiel in die Knie und sagte: „Ich habs getan. Ich bereue es. Zehn Jahre habe ich dran gewürgt.“
„Was tat der Mönch?“ fragte einer.
„Er hat gestohlen!“ rief ich. „Ein Väschen.“
Gestohlen? Nichts habe er gestohlen.
„Jetzt leugnet er wieder, hoho!“ rief ich und ich bewegte die Hand so schnell vor dem Gesichte des Knienden, daß sie dreißig Finger bekam. „Eben gestand er es ein, jetzt lügt er frech. Höre, du, ich lasse dich auspeitschen, daß dir Hören und Sehen vergeht!“
Aber da bekam ich Mitleid mit dem Knechte, der in seinem dicken Mantel vor mir kniete und den Kopf neigte. Er hatte sogar den Hut abgenommen, seine Haare waren weiß wie Mehl.
Ein armer Mensch war das. Wie schlecht bin ich doch geworden, daß ich ihn so anschreien konnte. Wie schlecht! Schlecht mußte ich also auch noch werden!
„Höre,“ sagte ich, „was fällt dir ein. Ich tue dir nichts. Gib nur das Väschen her. Hast du es vergraben? Sag es?“
„Ich habe das Ding nicht gestohlen.“
„Vor einer Minute hast du es aus meinem Zimmer gestohlen.“