Ich stieg den Berg hinab. Sobald der Wind aussetzte, steckte ich meine Pfeife in Brand. Ich schüttelte den Kopf und lachte. Gott verzeihe mir, daß ich lachte, aber das Erlebnis da droben auf der Höhe stimmte mich heiter.

Wie das Lächeln auf ihrem Antlitze hin und her irrte, wie ihre Worte flackerten! Und das alles meinetwegen, war es möglich? Freude und Stolz schwellten mir die Brust.

Ich stieg den Berg hinab und watete in den Wind hinein. Pazzo zerschnitt den Wind mit seiner spitzigen Brust. Über den schwarzen Himmel zogen Herden von Lämmerwölkchen, die sich alle zum Monde begaben, Licht zu trinken. Sie schimmerten vergnügt, sie schienen sich zu tummeln und aneinander zu reiben. Der Wald wogte. Der Wind suchte sich seine Bäume aus und schüttelte sie, daß sie mit den Spitzen den Boden berührten.

Die Funken stoben aus meiner Pfeife, und jedesmal schien es mir, als sähe ich mein fröhliches Gesicht.

Ingeborgs Worte, diese hastigen wirren Worte, zogen hin und her in meinem Kopfe. Sie stand vor mir, ihre Haare wehten, ihr Gesicht war bleich und voller Demut. Schön, rührend sah sie aus, und wie ihre Augen strahlten! Bei Gott, ich sah jetzt noch ihren Schein!

Ich schüttelte den Kopf. So sonderbar ist der Mensch, daß er sich vor einem Fremden zu Boden wirft und sich demütigt, wenn seine Zeit gekommen ist.

Ich dachte an das junge Mädchen und seine weichen zitternden Worte und war ergriffen. Es war der Frühling, ja, sie konnte nichts dagegen machen.

Nun war es Gottes Wille, daß sie sich an mich wendete, der gerade seine wunschlosen Tage hatte, der müde war, zu müde für die Liebe, die ihren ganzen Mann erfordert, viel zu müde.

Es hat Zeiten gegeben, da der Blick eines Dienstmädchens wie Feuer in meinen Adern lief, und ich lange Nächte an diesen armseligen heißen Blick denken mußte — nun aber waren die wunschlosen Tage des träumenden Blutes gekommen.