Ich drücke ihr die Hand.
„O!“ sagt sie und schließt halb die Augen. „Ich träume.“
Meine Augen sahen in die schöne Welt und ich hatte das tiefe Gefühl, daß ich zu ihr gehörte und mich nicht zu schämen brauchte.
Mein Herz war schwer und reich und es füllte mir die Brust mit süßer Bürde. Dankbarkeit und Staunen und Liebe war mein Herz in dieser Zeit.
Ich sah Ingeborgs schwebende Gestalt neben mir hergehen und staunte und war dankbar, jenem Geiste dankbar, der sie mir schickte in diesem Frühling, ihr dankbar, daß ich neben ihr einhergehen durfte. Ich wünschte mir nichts anderes, als neben ihr einhergehen zu dürfen. Das war Glück!
Ich konnte einschlafen, während ich neben Ingeborg einherging, die Besinnung verlieren, ich hatte keinen Gedanken mehr im Kopfe, keine Klarheit. Klarheit? Ach — hahaha — — nein, ich war betäubt, kein Gedanke, keine Klarheit.
Ingeborg fühlte meinen Blick, sie kam heran, gab mir die beiden Hände und blickte mir in die Augen und lächelte. So standen wir lange, Gott weiß wie lange, wir wußten ja nichts mehr.
Ich kannte ihre Augen ganz genau. Oft dachte ich, immer dachte ich an ihre Augen. Sie sind wie Türkise, glänzende Türkise, aber was will das sagen? Es ist ein eigentümlicher, suchender, strahlender Blick in ihnen, etwas Blitzendes, ich besinne mich, in meinem Kopfe ist es wie ein Wetterleuchten. Ich habe den Ausdruck ihrer Augen vergessen. Ich sehe sie wieder an, diese Augen ja, es ist etwas Blinkendes, Schimmerndes in ihren Augen, niemand kann es im Gedächtnis behalten. Ihr Gesicht ist schmal, spitzig dem Kinn zu, es lugt aus den goldenen Quasten hervor, die über die Wangen herabhängen und nahezu die Brust berühren, wenn sie den Kopf senkt.
Ihre Wangen sind schmal und leicht gerötet, sie bekommen Grübchen, sobald sie lächelt.
Ein verzücktes Lächeln hat sie und alles lächelt an ihr, sobald sie lächelt, nimmermehr kann ich dies Lächeln vergessen, es umschwebt mich Tag und Nacht. Ich kenne es gut, aber jeden Tag erscheint es mir neu. Jeden Tag entdecke ich es, dieses Lächeln, und es rinnt durch mein Blut, daß es heiter und fröhlich wird.