Heute denke ich, ein goldener Ton ist über ihr Gesicht gebreitet wie über die Bildnisse alter Meister. Und morgen denke ich: ja, etwas von dem Golde reifer Ähren ist über ihr Gesicht gestreut. Und übermorgen denke ich, daß sie die Farben der Wiesen und Felder im Gesicht hat, das Gold der Ähren, das Blau der Vergißmeinnichte, das Rot der Erdbeeren. Ingeborg, Ingeborg . . . .

In dieser Zeit schrieb ich einen Brief an meinen Freund, den Dichter Karl Bluthaupt. Ich bin glücklich, schrieb ich, komme sofort! Ich bin sehr glücklich, große Dinge geschehen, ich wohne auf der Sonne, in einem Garten auf der Sonne, in der Nachbarschaft der schönsten Engel, ich bin glücklich, komme sofort.

Noch viel mehr schrieb ich. Nun, Freund Bluthaupt war ein Dichter, der wird wohl verstehen, wenn er liest: ich bin glücklich, ich bin sehr glücklich. Ein Meer von Glück ist über mich gestürzt, ich bin glücklich . . . .

Zwei Stunden hatte ich zu gehen, um diese Botschaft meines Glückes zur Post zu bringen. Ich ging in der Nacht, lachte und schwang den Brief hin und her.

Ich bin glücklich, wohne auf der Sonne, in einem Garten auf der Sonne. Ein Bach von Glück bewässert diesen Garten, die Blumen lachen. Näheres mündlich — — — — — — — — — — — — — — —

Wir gingen durch den Wald, einen hohen Tannenwald. Pazzo spitzte die Ohren und blieb stehen.

Er schlug an.

„Ruhe, Pazzo,“ rief ich.

Pazzo gehorchte, schlich zu mir heran und blickte ins Dickicht.

„Es ist jemand im Walde,“ sagte ich. „Es ist ein Mensch im Dickicht, kein Tier, ich kenne Pazzo.“