Ingeborg sah mich an und erblaßte. Wir gingen weiter.
„Laß uns ins Freie gehen,“ sagte Ingeborg. Sie zitterte.
Vielleicht sei es Usedom gewesen?
Sie legte die Hand auf meinen Arm und sah mich prüfend an.
„Was denkst du?“
Ich lächelte. „Schön bist du, Ingeborg! das dachte ich. Gütig bist du, Ingeborg!“
„Laß es dir erzählen, Axel. Höre mir zu. Er schleicht herum, ich weiß es. Seit ich ihn kenne, schleicht er mir nach. Schon als Knabe war er so. Er ist so aufdringlich und so hochmütig. Ich fürchtete mich früher vor ihm, besonders vor seinen Händen fürchtete ich mich. Ich habe nichts mit ihm gehabt, ich haßte ihn. Ja, es ist wahr, zuweilen liebte ich ihn auch. Damals war ich ein dummes Mädchen, ich war stolz auf ihn. Er bekam immerzu Blumen von den Frauen geschickt, er warf sie weg. Er hatte eine Busennadel von einer Königin, er schenkte sie einem Bauernknaben. Ich will mir auch nichts von einer Königin schenken lassen, sagte er. Das gefiel mir, ich war ja so töricht damals. Ich hatte es gerne, wenn er vor mir stand, dann sahen seine Augen aus wie die eines Hundes. Es ist alles Verstellung, er ist so hochmütig und dumm. Immer spricht er von sich, von seinen Konzerten und daß die Leute an den Bahnhöfen stünden, um ihn zu erwarten. Er weinte immer vor mir. Ich weine vor dir, sagte er, tausend und abertausend Frauen gäben ihr Leben für mich und du blickst mich nicht an.“ — —
Einige Tage darauf gingen wir wieder durch den Wald, und wieder schlug Pazzo an. Es war in einem Walde hoher dicker Buchen. Pazzo bellte und sprang in den Wald hinein. Harry Usedom kam hinter einer Buche vor.
„Rufen Sie Ihren Hund zurück!“ rief er und zog die Hände an sich.
Er stand am Wege und sah Ingeborg an.