Das Tal schaukelte wie eine goldene Wiege, der Wald rauschte wie eine Orgel, die Vögel sangen als hätten sie diamantene Schnäbel.

Und Ingeborg jubelte: „Immer blauer wird der Himmel, immer süßer wird dein Mund!“

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Ich liebe dich.“ Wie schön ist es, das sagen zu können, wie schön ist es, das zu hören —

Es ist ein kleines, kleines Wort, aber jeder muß es einmal sagen und jeder hört es einmal. Wenn eines Menschen Herz aufspringt im Frühling, so muß er es sagen. Er kann ein Tyrann sein mit blutschwarzen Gedanken, er kann ein Forscher sein, der immer über seinen Büchern sitzt, es kommt seine Stunde.

Er vergißt alles, sein Sinn wird dunkel, und sein Mund spricht das kleine, kleine Wort. Schöne, ewige Gedanken kann einer im Kopfe haben, er kann ein großer Mann sein, an den viele denken tagaus, tagein, es kommt seine Stunde und er findet nichts als dies kleine, kleine Wort.

Es ist alt und tief, birgt des Menschen ganzes blutrotes Herz, all sein Glück, all seinen Jammer, bei Tag und bei Nacht wurde es gesprochen, geflüstert und geknirscht wurde es, wird gesprochen werden immerfort, immerfort, solange die Lerche im Äther trillert. — — —

Sei gegrüßt, Ingeborg! Ich liebe dich, kannst es glauben.