Ich gehe hin und her, sehe viel in den Himmel empor, sehe viel ins Weite. Lächle. Stehe vor einem Stein am Wege und lächle. Ich bin nie müde. Nein, es gibt nun keine Müdigkeit mehr. Ich schlage die Augen auf und es ist hell und weit in meiner Seele.
Immerzu habe ich Gedanken im Kopfe, herrliche Gedanken, reich ist mein Gemüt, reich und heiß. Wie ein Dichter fühle ich mich, durch dessen Herz große Werke brausen.
Über die Parkmauer spritzen hohe Wogen von Blüten, weiße, rote und violette und zitronengelbe, in meinem Garten stehen viele Blumen, wie wehende Feuerchen sehen sie aus, brennende Lunten, Sonnenflocken, wie rote Münder, wie Augen, ja, auch wie Augen sehen sie aus. Der Frühling hat seine Feuer in den Bergen angezündet und sie brennen Tag um Tag. Er wirft Herzen von Menschen, Rehen und Vögeln, Wünsche von Blumen, Schmetterlingen und Bäumen in seine Feuer, daß sie brennen.
Der Hirsch schreit im Walde.
Ich gehe durch die brennenden Feuer des Frühlings und lächle.
Zuweilen habe ich wunderliche Gedanken! Eine rote schaumige Abendwolke steht über den Bergen, wie ein leuchtendes Schneegebirge. Möchte ich nicht auf der Spitze dieser Wolke stehen und den Hut schwingen? Ich sehe mir den Mond an und es geht mir durch den Sinn, daß ich auf dem Rande des Mondes stehen möchte und die Erde grüßen.
Herrliche Tage und Nächte. Das Herz hüpft mir in der Brust, ich lache vor mich hin.
Niemand weiß es, nein, keine Seele ahnt es, deshalb lächle ich auch vor mich hin.
Ich sitze in meinem Zimmer, es wird Abend. Wollte doch die Nacht schneller kommen! Könnte ich doch eine dunkle Decke über die Erde breiten. Es ist soviele Ungeduld in mir, niemand weiß ja, worauf ich warte.
Schweigen ringsum, die Nacht kommt.