„Ich schrieb sie einige Tage, nachdem du auf der Höhe mit mir gesprochen hattest, Ingeborg! Ich schrieb viele, viele und streute sie in den Wind.“

„Axel, Axel!“

Ich lasse die Pfeife in das Gras fallen, um unauffällig niederknien zu können vor ihr.

Oft fassen wir uns an den Händen und laufen über die Wiese — durch den Wald und schreien und lachen. Huriho! Hurihohoho!

Groß und weit ist meine Seele geworden. Ein ganzer Weltenraum ist meine Seele nun, voll wiegenden Lichtes. Meine Seele zieht ihre Kreise immer weiter. Ich entdecke mich. Ich staune, staune über mich selbst, bin verwundert über mich selbst. Ich sitze und sehe in mich hinein, blühendes Chaos, wiegende Wunder, Licht und Purpur und sanfte Musik. Ich breite die Arme aus und sehe in den Himmel hinein, nie sah ich tiefer in die Unendlichkeit des Blaus.

Ich breite die Arme aus . . . Da du so schön bist, du großer Gott, wie gütig mußt du sein!

Ich höre mein Blut klingen, es ist rot, funkelt, hat Feuer angezündet, es lacht durch meinen Kopf, es klingt gegen meine Hirnschale, Licht fährt aus meinen Augen.

Ich fühle wie mein Herz das Blut in die Adern schleudert, es rauscht, eine sprudelnde Quelle von Blut bin ich.

Ich fühle das Leben um mich her. Das Leben in einem Halme, einem Blatte, die Säfte pochen, der Halm erschauert, eine Blume schwankt, zuckt vor Wollust zusammen, sie gibt sich hin.

Ingeborg hat den Finger an mein Herz gelegt, da begann es zu schlagen, und nun schlägt es, schlägt es!