Wie ein junger Gott wandelt er, der Glückliche, er geht nicht, er wandelt. Rosen auf dem Haupte, Rosen auf den Wangen, Rosen in seinem Kopfe, was er berührt, das lebt, was er anblickt, das leuchtet. Feuer ist seine Stimme. Er steht auf seiner Höhe und blickt auf die Dinge und versteht sie, von oben blickt er auf alles und versteht, denn alle Dinge kommen aus Glück und Unglück hervor. Er versteht die großen Herzen und die kleinen, die glühenden und die vereisten, er versteht das Lied des Vogels und eines Dichters Vers.
Wisse, daß er Freude um sich streut, es gibt viele Bettler auf dem Wege des Lebens, und die meisten erkennt nur das Auge des Glücklichen. Er sucht. Er hat einen Feind, den er grimmig haßte, viele Jahre, einen der ihn bitter verriet, er ist glücklich, schreibt an ihn, laß es gut sein, schreibt er an ihn, es ist vergessen, neue Tage sind gekommen. Mit Tränen in den Augen schreibt er es, sein Herz strömt über. Er wandert zu dem Trotzigen, pocht an seiner Türe, pocht und pocht, bis er öffnet. Verzeihe, verzeihe, sagt er, ich, ich war ja schuld —
Schon manch einen habe ich gekannt, der Geld und Gut und Ehre verschenkte, weil er glücklich war, ja der selbst sein Glück verschenkte, da er glücklich war, und arm davontanzte in einem Hemde.
Wisse, so macht das Glück, daß sich einer ans Kreuz schlagen läßt und seinen Mördern nicht flucht, ja, es kann geschehen, daß einer lügt und den Menschen Paradiese erdichtet, weil er glücklich ist.
Eine Lawine von Glück rollt er durch Jahrtausende.
So ist das Glück: Sprichst du davon, so mußt du sprechen, tausend und tausend Tage und Nächte und du findest kein Ende, immerzu mußt du sprechen, immerzu —
Zwei glückliche Menschen wohnen da oben im Bergwalde.
Ich sehe ein kleines Lichtchen brennen in einem dunkelen Zimmer. Ein kleines Lichtchen, ich sehe ein Lächeln, ein Gesicht, das in goldenen Haaren schwimmt.
Ich höre flüstern. „Ich bin dein.“
Ich bin dein, ich bin dein.