„Sind wir Kinder?“

„Ja, ich bin so fröhlich, so leicht. Ich fliege. Ich könnte ohne Aufhören lachen, lachen!“ — —

Auf der Wiese vor dem Schlosse stand eine kleine schlanke Birke. Sie hatte seidenweiche junge Blätter, die immer etwas zu wispern hatten, und eine Rinde so weiß und weich wie das Fell eines Kaninchens. Vor diese Birke zimmerten wir eine Bank, Ingeborg und ich. Einen Tag brauchten wir dazu, bis wir die Pflöcke zuspitzten, das Brett sägten. Wir lachten viel bei der Arbeit und Ingeborg fieberte vor Eifer.

Viele Abende saßen wir auf dieser kleinen Bank und sahen zu wie die Sonne unterging.

Wir saßen wieder auf der Bank unter der Birke und der Abend begann zu glühen.

„Euch Göttern schreiben wir einen Brief! Wir Ingeborg und Axel!“ sagte ich.

„Beginne Axel!“ sagte Ingeborg.

Und ich begann: „Ihr Götter, ihr guten Götter, ihr habt eure guten und eure schlechten Tage wie wir Menschen. An euern schlechten Tagen, da schafft ihr Menschen mit gewöhnlichen Gesichtern und einer Seele nicht tiefer und wärmer als eine Regenpfütze im März.

Aber an euern guten Tagen, da schafft ihr Menschen mit einem Antlitze, unvergeßlich, mit einer glühenden tiefen Seele. An eurem besten Tage, da schufet ihr Ingeborg.“

„Ihr guten Götter, ihr habt gewiß große Ohren, dann hörtet ihr was Axel sprach und ihr vernahmet seine sanfte Stimme. Seht euch sein Gesicht an und ihr wißt, wie gütig er sein muß.“