Ellen errötete.

„Papa verkaufte seine Geige.“

„Ja, weshalb denn?“

„Er verkaufte sie, als Mama starb. Wir hatten so große Ausgaben damals.“

Schwedenklee fragte nichts mehr.

„Es ist keine besondere Geige“, sagte er. „Aber wenn du mir eine Freude bereiten willst, Ellen, so nimm sie als Geschenk an.“

Alles, alles wollte er ihr schenken, nur um ein freudiges Feuer in ihren Augen zu entzünden. Zart und kühl war die Haut ihrer Schultern. Sie war nicht schöner als andere Frauen, oh, keineswegs, aber sie war jung und unerfahren, das war alles, was sie anderen Frauen voraus hatte. Es war die Jugend, nicht mehr, nicht weniger.

Er bemühte sich, Ellens Wünsche und Pläne zu erforschen. Sie war scheu, sprach nie von sich und den Dingen, die sie im Innersten beschäftigten. Sie errötete, wenn man sie nach ihren Wünschen fragte, und erklärte, sie wünsche nichts. Vielleicht aber hatte sie irgendwelche Neigungen, Lust zur Musik, zu irgendeinem Berufe? In allen Dingen wollte er ihr wie ein Freund zur Seite stehen.

Endlich überwand Ellen ihre Scheu und erschloß sich. Es fand sich, daß Ellen längst einen Entschluß gefaßt hatte. Verlegen und errötend bekannte sie, daß sie zur Bühne gehen wolle. Mehr als das, es stellte sich heraus, daß ihre Ausbildung bei verschiedenen Lehrern bereits so weit gefördert war, daß sie schon in diesem Sommer, wäre der Todesfall nicht eingetreten, in ihr erstes Engagement in einen kleinen Badeort hätte gehen sollen.

Schwedenklee, der fürchtete, daß das Theater sie ihm entfremden könne, versuchte sie umzustimmen. Aber Ellen hing voller Leidenschaft an dem gewählten Berufe. Sie war fest entschlossen, denselben verführerischen und gefährlichen Weg zu gehen wie ihre Eltern.