„Oder werde ich es ihr lieber nicht sagen –?“ flüsterte er, aufs äußerste erregt.

„Oder werde ich es ihr nie sagen?“

„Aber selbst: wenn ich es ihr sagen würde, wie würde ich sie überzeugen können?“

„Nie würde ich sie überzeugen können! Sie wird mich für einen Betrüger halten. Sie wird mich hassen, weil ich das Andenken ihrer Eltern schmähe ...“

Schwedenklee trat an das Fenster und blickte lange, ratlos, verquält, zum rasend fliehenden hellblinkenden Mond empor. Dann tauchte er wieder in das warme Dunkel des Zimmers zurück.

„Es ist ja alles Unsinn!“ dachte er und nahm die Wanderung wieder auf. „Völliger Unsinn! Sie ist nicht dein Kind!“

„Nein, nun werde ich es dir beweisen! Die Sache ist ja so einfach, wenn man sie ruhig betrachtet, und alles andere sind leere Spekulationen.“

Ellen Fröhlich war lange leidend. Sie lebte wie alle schwer Leidenden, fast ausschließlich in der Erinnerung. Ihre Erlebnisse, wie die der meisten Frauen, einfach, klar und nicht chaotisch, ließen sich leicht überblicken, und so konnte sie nicht umhin, an das Erlebnis in Paris zu denken. Sie fand das verblaßte Bild. Vielleicht sagte sie zu Blank: bring es ihm, wenn ich einmal nicht mehr bin, grüße ihn von mir. Ich grolle ihm nicht mehr – weil er mich damals so schwer enttäuschte ...

Blank konnte auch recht gut ganz von selbst auf den Gedanken gekommen sein! Verlassen, arm, krank, suchte er Anlehnung, Stütze. Nichts wäre verständlicher. Der Gedanke an die Zukunft seines Kindes marterte ihn. Mit dem Starrsinn eines Verzweifelten klammerte er sich an dich. Vielleicht, sicher, hatte ihm auch seine Frau nahegelegt, daß in der letzten Not du dich wohl als Freund erweisen würdest.

Ich reagierte nicht auf seine Briefe. Er machte bedeutsam klingende Anspielungen, um meine Neugierde zu reizen – Anspielungen, die er augenblicklich widerrief, als er seine Absicht, mich kennenzulernen, erreicht hatte.