Das kameradschaftliche Verhältnis zwischen Ellen und Schwedenklee hatte an Herzlichkeit gewonnen. Sie lachten und schwatzten zusammen – nicht wie Erwachsene eigentlich, eher wie Kinder. Sie umarmte ihn, schmiegte sich an ihn, er gab ihr einen Gutenachtkuß, wenn sie schlafen ging.
Bald!
Schwedenklee war in großer Erregung. Oft ging er, verwirrt und unruhig, mit großen Schritten im Garten hin und her und sprach halblaut mit sich selbst.
Bald! Bald! Tausend Kosenamen hatte er für Ellen in Gedanken, zärtliche Namen, deren er sich vor Wochen noch geschämt hätte.
Der Sommer stand in voller Glut, die Mückenschwärme tanzten über den Wegen, in den Augen glänzte Schweiß. Vom Strande unten stiegen an den Abenden häufig bunte Leuchtkugeln in den Nachthimmel empor, der Strand wimmelte von Menschen. Die Saison stand auf der Höhe.
Der Anbau war fertig, ein mit Bändern geschmückter Tannenbaum funkelte auf dem First.
Schwedenklee hatte den Handwerkern ein Faß Bier gestiftet, am Abend aber sollte das Ereignis im Hause gefeiert werden. Schon seit einer Woche war das Programm erörtert worden.
„Heute abend um sieben, Ellen, mache dich schön!“ sagte Schwedenklee.
Augusta hatte ihr letztes hergegeben. Allerlei Leckerbissen als Vorspeise, eine göttliche Suppe mit Leberklößchen, gebratene Hähnchen mit dem herrlichsten Salat der Welt. Törtchen von Walderdbeeren, Ellen hatte sie gesammelt. Sekt im eisigen Wasser des Brunnens gekühlt. Im Speisezimmer brannten zwei Dutzend Kerzen. Zur Feier des Tages durften Strolly und Munki bei Tisch gegenwärtig sein. Sie benahmen sich anfangs gesittet, aber, ganz wie Kinder bei außerordentlichen Anlässen, wurden sie mehr und mehr ausgelassen: zuletzt sprang der Kater, von unbezwinglicher Begierde fortgerissen, mitten auf den Tisch und versuchte ein Hähnchen zu stehlen.
Ellen war in der herrlichsten Laune. Die Katze kauerte aufgeregt auf ihrer Schulter. Der Hund saß, ganz Spannung und Bereitschaft, an ihrer Seite – ihre Augen blendeten vor Freude.