Groß und hell bis in die tiefsten Tiefen waren Ellens Augen auf ihn gerichtet. Sie errötete, ein zarter Gluthauch überzog blitzschnell Gesicht und Nacken. Ja, nun hatte sie verstanden. Ihre Arme begannen leise zu zittern. Sie zog die Hände an sich, schob den Sessel weit zurück und stand auf.

„Sprich nicht!“ rief sie und hielt sich die Ohren zu, da sie sah, daß Schwedenklee Miene machte, weiterzusprechen. Sie schüttelte hastig den Kopf, in entzückender Verwirrung. „Nicht heute, nicht jetzt, frage nicht –“ stammelte sie – „wie sollte ich heute antworten können? Sprich nicht – morgen ...“

„Gut, dann morgen. Ich wollte dich nicht erschrecken, Ellen. Gute Nacht.“ Er streckte ihr die Hand hin.

Sie nahm seine Hand. Sie schlang ihre Arme um seinen Hals, so sanft, daß er sie kaum fühlte, und bot ihm – zum erstenmal – die Lippen zum Gutenachtkuß. Ihr Mund war heiß und weich.

Fiebernd, mit heißem Kopf, trat Schwedenklee ins Freie.

„Ihr Sterne!“ sagte er zu den großen Sternbildern, trunken vom Sekt, berauscht von seinem Glück, und blickte lange zum flimmernden Firmament empor. „Du grundgütiger Himmel, herrlich und wunderbar ist das Leben!“

Es war ja wohl kein Zweifel, daß sie einwilligen würde. Immer noch fühlte er ihren heißen, weichen Mund auf seinen Lippen. So zart, wie ein Hauch nur.

„Ja, dies ist die Lösung, und ich werde glücklich sein!“

Mit glühenden Schläfen ging Schwedenklee lautlosen Schrittes durch das taunasse Gras. Der Schweiß rann ihm über das Gesicht. Kühle hauchte vom Walde her. Sternschnuppen schossen über den Himmel.

Schwedenklee träumte, die Augen weit geöffnet. „Und immer wird sie um mich sein,“ flüsterte er, „am Morgen, am Mittag, in der Nacht. Immer werde ich sie sehen, fühlen, sie wird plaudern, und ich werde entzückt sein, nur ihre Stimme zu hören.“