„Und wir werden reisen, und alle werden mich beneiden! Welch ein junges, herrliches Wesen er sich erobert hat, werden sie sagen, seht an, dieser tolle Knabe! Und sie – Ellen – eine schlechte Partie wird sie ja nicht machen. Nein, das kann wohl niemand behaupten ...“
„Und wodurch habe gerade ich dieses Glück verdient?“ fragte Schwedenklee. „Durch nichts, durch nichts ...“
„Durch nichts!“ rief er triumphierend und herausfordernd. „So ist das Leben!“
25
Schwedenklee schlief in dieser Nacht wunderbar! Er träumte angenehm: er packte Koffer, Koffer, streute Trinkgelder um sich, Scharen von Kellnern dienerten, Autos rollten, Dampfer tuteten, beglückt fühlte er Ellens Gegenwart in jeder Sekunde, ohne daß er sie eigentlich je sah – sie waren unterwegs.
Spät am Morgen erwachte er, dampfend und erfrischt vom Schlaf. Es war fast schon neun Uhr. Ellen hatte soeben gefrühstückt und erhob sich vom Tisch, als er eintrat.
Sie errötete, rasch und tief – augenblicklich mußte er wieder an ihre heißen, weichen Lippen denken – flüchtig, mit einer gewissen Hast, berührten ihre kühlen Finger seine Hand.
„Was für Langschläfer wir doch sind!“ rief sie lachend aus. „Ich habe einen richtigen Katzenjammer!“ Und sie strich sich mit den Fingerspitzen über die Schläfen, so daß die Hände ihr Gesicht verbargen. „Und was für törichte Dinge ich wohl geschwatzt haben mag, heute nacht?“
Schon war sie zur Türe hinaus.
Schwedenklee fand ihre mädchenhafte Verwirrung entzückend. Sie schämte sich, ohne jeden Grund. Wie herrlich, diese Reinheit!