„Gut, so werden wir sie rufen!“

Schwedenklee lächelte.

Aber Pohl kümmerte sich nicht darum. Er trat einen Schritt vor, reckte sich in die Höhe und legte die Hände an die Wangen. Dann pumpte er die breite Brust voller Luft und schrie: „Ellen!“ Schwedenklees Ohren gellten, der Ruf fuhr hell dahin, das Echo klang aus dem Walde. In der Ferne arbeiteten Landleute auf dem Felde, sie alle hoben die Köpfe.

„Sie werden sehen, es wird nicht lange dauern und wir haben sie hier. – Ellen!“ Noch lauter hallte der Ruf. Die Luft schmetterte, der ganze Wald hallte. Laut und hell antwortete das Echo. Die Pferde, die in der Koppel grasten, blieben stehen und blickten neugierig herüber.

Das Sonderbare geschah: kurz nach Pohls drittem Rufe erschien etwas Gelbes zwischen den Büschen. Es war Strolly, hoch auf den Beinen stehend, den Kopf gehoben. Dann teilten sich die Brombeerstauden, und Ellen sprang auf den Acker. Ihr weißes Kleid flatterte im Winde.

Pohl rief und schwenkte die Arme. Ellens Haltung war ganz Staunen. Sie erkannte ihn nicht. Plötzlich aber stieß Ellen einen hohen Schrei aus und winkte und begann zu laufen. Wie der Wind flog der blonde junge Bursche ihr entgegen, und während er lief, lachte und rief er.

Schwedenklee kehrte, etwas übelgelaunt, zu seinem Terrassenbau zurück. Er wollte bei der Begrüßung nicht stören.

Ellen erschien bei ihm. Sie umschlang ihn freudig mit den Armen. „Ich habe Besuch bekommen!“ rief sie, glühend vor Erregung. „Richard ist gekommen! Ich muß Augusta verständigen. Er hat Zeit bis zum Frühzug. Augusta muß ihm ihr Zimmer abtreten. Du bist doch einverstanden, daß er bei uns bleibt? Ich kenne Richard schon seit sieben Jahren.“

„Du bist ja die Herrin im Haus!“ antwortete Schwedenklee schweißtriefend und strich etwas verlegen über ihre heiße Wange.

Ellen stürzte ins Haus.