So vergingen zwei Tage in Unruhe und Spannung. Dann aber sah Ellen den Depeschenboten an der Gartentüre, und sie rannte ihm entgegen.

Strahlend vor Freude schwenkte sie das Telegramm.

Sie umarmte Schwedenklee. „Er hat mich engagiert!“ schrie sie in größter Erregung. „Der Direktor war verreist, daher die Verspätung!“ Rasch löste sie sich aus der Umarmung und stürzte zu Augusta und beschwor sie, ihr zu helfen, sie wisse weder aus noch ein.

„Mein Gott, Augusta, ob die Wäsche noch trocknen wird?“

Schwedenklee fühlte, daß er erbleichte: er wußte nun, daß sie ihn verlassen würde.

War es zu glauben: in diesen wenigen Tagen hatte Ellen alles vergessen, das Badezimmer mit den Palmen, Florenz, Paris, Japan – sie dachte gar nicht mehr daran. Sie hatte auch ganz vergessen, daß sie ihm versprochen hatte, auf eine gewisse Frage zu antworten ...

Aber nein, nein, sie hatte nicht vergessen. Sie dachte vielleicht jede Sekunde daran! Sie stammelte, errötend, verlegen, voller Scham: „Du verstehst mich doch? Ich freue mich, tätig zu sein, ich freue mich anzufangen. Es ist ja so schön bei dir, du weißt es, aber –! Ich muß ja zusehen, mir mein Leben selbst zu gestalten. Du verstehst mich doch?“

Schwedenklee verstand alles!

„Ich verstehe sehr wohl!“ sagte er, lächelnd, nachsichtig, verzeihend.

Aber diese Nachsicht schien sie zu quälen. „Nein, du verstehst mich vielleicht doch nicht?“